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GBR 602
GBR 602

Bogen- und Ringbiegemaschine GBR 602

Bestellnummer: 6002

Die Bogen- und Ringbiegemaschine GBR 602 wird manuell betrieben. Die Maschine zeichnet sich durch eine robuste Bauweise aus. Sie hat zwei feststehende, angetriebene BiegeweIlen und eine zustellbare, freilaufende Druckwelle. Die Biegewellen haben einen Durchmesser von 30 mm. Durch den kleinen Abstand der feststehenden Biegewellen können sehr kleine Radien gebogen werden. Die Bogen- und Ringbiegemaschine GBR 602 wird mit einem Untergestell geliefert. Die Zustellung der Druckwelle erfolgt mit einer Gewindespindel. Die Position der Druckwelle wird an einer Skala angezeigt. Die Biegewellen sind aus Spezialstahl hergestellt, gehärtet und geschliffen. An den beiden Walzen-Ausgängen befinden sich quer zur Walzrichtung verstellbare Führungsrollen zur seitlichen Führung des Materials. Die Grundausführung enthält einen Satz Walzen zum Biegen von Stabprofilen. Die beiden feststehenden Walzen sind geteilt und die zustellbare Walze enthält einen Einstich zur Materialführung. Es sind Sonderwalzen für Rundrohre bis 1" Durchmesser erhältlich.

Standard-Zubehör
1 Satz Standardwalzen
1 Handkurbel
1 Gabelschlüssel SW 36

Gewicht: ca. 200 kg

Sonderwalzen
Nr. 6031 - 1 Satz doppelte Sonderwalzen aus Stahl, gehärtet, für Rundrohre 3/4" und 1/2"
Nr. 6032 - 1 Satz doppelte Sonderwalzen aus Stahl, gehärtet, für Rundrohre 1" und 3/8“

 

Profil max. Abmessung min. Durchmesser Walze Profil max. Abmessung min. Durchmesser Walze
  20 x 10 200 N   30 300 N
  40 x 8 100 N   30 300 N
  50 x 12 150 N   20 250 N
  18 150 N   30 300 N
  18 180 S   30 300 N

Bogen- und Ringbiegemaschinen sind normalerweise mit geteilten Standardwalzen aus Stahl ausgerüstet. Damit lassen sich die meisten Profile aus Baustahl, wie z. B. Flacheisen quer und hochkant, T- und Winkel-Eisen, Rechteck- und Vierkantrohr, zu Bogen oder Ringen walzen. Eventuelle Material bedingte Abweichungen vom gewünschten Radius können durch Nachwalzen oder mechanisches Richten korrigiert werden.

Für das Walzen von Rundrohren aus Baustahl werden Sonder-Walzen mit entsprechenden Profilen eingesetzt. Diese verhindern eine ovale Verformung des Rohrquerschnittes während des Walzvorganges. Eventuelle Material bedingte Abweichungen vom gewünschten Radius können hier ebenfalls durch Nachwalzen oder mechanisches Richten korrigiert werden. Das Walzen von Handläufen, Untergurten und Querstäben aus Edelstahl und Messing für Wendel- und Spindeltreppen erfordert ein zielgenaues Arbeiten. Für diese Aufgaben müssen herkömmliche Bogen- und Ringbiegemaschinen mit einem Steigungsausleger ausgestattet werden. Daneben stehen spezielle mechanische und elektronische Messeinrichtungen zur Verfügung.

1. Steigungsausleger
Beim Walzen von Handläufen, Untergurten und Querstäben für Wendel- und Spindeltreppen muss neben dem Bogen auch eine Steigung in den Handlauf eingearbeitet werden. Dies wird mit Hilfe eines Steigungsauslegers ausgeführt. Der Steigungsausleger ist oben offen. Das gewalzte Material kann leicht von oben herausgenommen werden. Es bestehen keine Einschränkungen bei großen Steigungen. Abhängig davon, ob es sich beim Walzen von Handläufen um rechtsdrehende oder linksdrehende Treppen handelt, wird der Steigungsausleger entweder auf der linken oder der rechten Seite der Maschine montiert. Die Position des Steigungsauslegers wird mit einem Handrad eingestellt. Die jeweilige Position kann an einer Digitalanzeige bzw. an einer Skala abgelesen werden.

2. Kunststoffwalzen
Für das Walzen von Edelstahl- und Messingrohren sollten Walzen aus hochfestem Kunststoff verwendet werden, da bei der Verwendung von Stahlwalzen Stahlpartikel von den Walzen auf die Oberfläche der Edelstahlrohre übertragen werden können und dort später eine etwaige Korrosion begünstigen. Außerdem ist bei Verwendung von Kunststoffwalzen das Walzen von Edelstahl- und Messingrohren fast ohne Beschädigung möglich.

3. Die Korrektur eines spiralförmigen Bogens ist technisch kaum möglich
Die Korrektur eines spiralförmigen Bogens ist so gut wie unmöglich. Der Grund dafür ist, dass beim Walzen eines Bogens das Material mit Hilfe des Steigungsauslegers in der dritten Achse verändert wurde und sich der Spiralbogen sehr schlecht handhaben lässt. Der erste Walzvorgang ist ein definiertes Biegen. Ein zweites Walzen wäre ein undefiniertes Biegen. Die Lösung ist ein zielgenaues Walzen. Glaser hat dafür verschiedene technische Hilfsmittel entwickelt. Damit ist es möglich, bei Kenntnis der in einem Messplan definierten Treppendaten den benötigten Bogen mit entsprechender Steigung einwandfrei zu walzen.

4. Messung des Biegeradius

Der Radius des gewalzten Materials lässt sich indirekt mit einem Radienmessgerät wie folgt messen bzw. errechnen: Zuerst wird der Abstand "Sehne-Bogen" (Stichmaß) gemessen. Danach wird anhand einer Auswert- Tabelle der Radius abgelesen. Das Messverfahren lässt sich sowohl für das Messen von Innen- als auch von Außenradien anwenden. Anstelle der Auswert-Tabelle kann auch ein von Glaser entwickeltes Radien Berechnungsprogramm verwendet werden. 

5. Messung der Steigung beim Walzen
Beim Wendelwalzen verdreht sich das Rohr kontinuierlich. Das zu walzende Rohr wird vor dem Walzen in Abschnitte von beispielsweise 300 mm (Kontrollmaß) aufgeteilt. Dann wird während des Walzens die Verdrehung pro Kontrollmaß am nicht gewalzten Rohrende mit einem Verdrehungs-Messgerät in Winkelgraden gemessen. Aus der Verdrehung pro Kontrollmaß ergibt sich die Steigung des gewalzten Handlaufes. 

6. Der Radius eines spiralförmigen Bogens
Der Radius eines spiralförmigen Bogens ist größer als der Radius eines ebenen Bogens. Dieser ergibt sich aus der Steigung. Die Maße, sowohl die Einstellung des Radienmessgerätes als Radienlehre als auch der tatsächliche Radius, werden mit dem Wendel- Berechnungsprogramm berechnet. 

7. Wendel-Berechnungsprogramm
Glaser hat vor einigen Jahren ein Biegezentrum eröffnet, in dem Handläufe, Untergurte und Querstäbe für Wendel- und Spindeltreppen sowie die verschiedensten Rahmen aus Rohr gefertigt werden. Die gesamte Produktpalette wird nach den Wünschen der Kunden angefertigt. Die mathematischen Zusammenhänge sind gemeinsam mit den technischen Erfahrungen in ein Wendel-Berechnungsprogramm eingeflossen. Die Eingabe der verschiedenen Parameter geschieht praxisorientiert. Es werden die Stockwerkshöhe, die Anzahl der Stufen, die Auftrittbreite und der Auftrittradius in einem MESSPLAN (siehe gegenüberliegende Seite) angegeben. Die errechnete Steigungshöhe wird zu Kontrollzwecken mit dem auf der Baustelle gemessenen Wert verglichen. Das Wendel-Berechnungsprogramm enthält zusätzlich noch zwei weitere Berechnungsprogramme für den Geländerbau: ein Radien-Berechnungsprogramm und ein Stababstand- Berechnungsprogramm. Das Radien-Berechnungsprogramm arbeitet in zwei Richtungen. Einmal berechnet es den aus dem Radienmessgerät gemessenen Abstand "Sehne-Bogen" (Stichmaß) den tatsächlichen Radius (Ist-Radius). Zum anderen kann ein Soll-Radius vorgegeben werden und es wird die Einstellung für das Radienmessgerät berechnet. Nach der Einstellung kann das Gerät als Radienlehre verwendet werden. Das Stababstand-Berechnungsprogramm errechnet aus den Treppendaten Länge, Winkel und max. Stababstand (z.B. 120 mm lichte Weite) die Anzahl der benötigten Stäbe und den lichten Abstand zwischen zwei Stäben. Dabei kann zwischen einer geraden oder ungeraden Anzahl von Stäben gewählt werden.